Krampfadern veröden - Sklerotherapie einfach erklärt, Ablauf, Wirkung, Risiken und wann andere Verfahren sinnvoller sind.
Krampfadern zu veröden heißt medizinisch Sklerotherapie. Dabei wird ein Verödungsmittel in die betroffene Vene gespritzt. Die Veneninnenwand reagiert, die Vene verschließt sich und wird in den folgenden Wochen bis Monaten vom Körper abgebaut. Das Blut fließt dann über gesunde Venen zurück zum Herzen.
Die Verödung kann Beschwerden wie Schweregefühl, Spannungsgefühl oder Schwellungen lindern. Bei vielen Befunden ist sie eine sehr sinnvolle, ambulante und gewebeschonende Option. Entscheidend ist aber die richtige Indikation. Große Stammvenen mit relevantem Rückfluss brauchen häufig eine andere Strategie, damit der Effekt dauerhaft ist.
Für eine grundlegende Einordnung von Venenerkrankungen, Diagnostik und Fachbegriffen in der Phlebologie finden Sie hier eine strukturierte Übersicht.
Wesentliche Erkenntnisse dieses Artikels
Krampfadern veröden ist eine bewährte, minimalinvasive Behandlung für Besenreiser, retikuläre Varizen und viele Seitenastkrampfadern.
Es gibt Flüssigverödung und Schaumverödung. Schaum wirkt stärker und wird oft bei größeren Venen eingesetzt.
Vor jeder Verödung wird eine Duplex Ultraschalluntersuchung empfohlen, um relevanten Rückfluss in Stammvenen zu erkennen.
Nachsorge mit Bewegung und Kompression verbessert das Ergebnis und senkt das Risiko für Komplikationen.
Bei behandlungsbedürftiger Stammvarikose sind endovenöse Verfahren wie Lasertherapie häufig die nachhaltigere Wahl.
Was bedeutet Krampfadern veröden
Bei der Sklerotherapie wird ein Wirkstoff in die Krampfader injiziert. Dadurch entsteht eine kontrollierte Reizung der Venenwand. Die Vene kollabiert, verschließt sich und wird in der Folge in bindegewebiges Material umgebaut. Die Vene ist dann nicht mehr als Blutleiter aktiv.
Wichtig ist die Einordnung
Verödung entfernt nicht die Ursache einer Venenschwäche, wenn der Hauptfehler in einer Stammvene liegt
Verödung behandelt sehr gut die sichtbaren und symptomatischen Seitenäste und oberflächlichen Varizen, wenn die zugrunde liegende Hämodynamik passt
Für welche Venen eignet sich die Verödung besonders gut
Besenreiser und feinste Äderchen
Hier ist die Verödung häufig die Methode der ersten Wahl, weil sie gezielt kleine Gefäße ausschalten kann.
Retikuläre Varizen und kleinere netzförmige Krampfadern
Auch hier sind Ergebnisse oft sehr gut, teils mit mehreren Sitzungen.
Seitenastkrampfadern
Viele Seitenäste lassen sich per Schaumverödung gut behandeln. Häufig ist das auch eine sinnvolle Ergänzung nach einer Behandlung der Stammvene, wenn noch einzelne Äste bestehen.
Einschränkung bei Stammvenen
Eine Schaumverödung kann auch Stammvenen verschließen. Bei relevantem Rückfluss in einer Stammvene ist die Langzeitstabilität jedoch nicht immer so hoch wie bei endovenösen Verfahren.
Deshalb ist es wichtig, die venöse Situation zunächst fachärztlich beurteilen zu lassen. Die Duplex Ultraschalldiagnostik liefert dabei die objektive Grundlage, um den Zustand von Stammvenen, Seitenästen und oberflächlichen Varizen genau einzuordnen. Auf Basis dieser Befunde entscheidet der behandelnde Facharzt gemeinsam mit Ihnen, welches Therapieverfahren medizinisch sinnvoll, nachhaltig und zu Ihrer individuellen Situation passend ist.
Einen Überblick über Diagnostik, Behandlungsoptionen und das medizinische Vorgehen bei Krampfadern finden Sie hier.
Welche Methoden der Verödung gibt es
Flüssigverödung
eher für Besenreiser und kleine Venen
sehr feine Nadeln
häufig mehrere Sitzungen, je nach Ausprägung
Schaumverödung
für größere Venen und Seitenäste
der Schaum verdrängt Blut besser und benetzt die Venenwand gleichmäßiger oft ultraschallgeführt, besonders bei tiefer liegenden oder kräftigeren Varizen
Vorbereitung und Diagnostik vor der Behandlung
Eine gute Verödung beginnt nicht mit der Spritze, sondern mit der Diagnose.
Duplex Ultraschall als Schlüssel
Mit der Duplexsonografie wird geprüft
ob Venenklappen defekt sind
ob ein relevanter Rückfluss in einer Stammvene vorliegt
welche Äste betroffen sind
ob Zeichen einer Thrombose oder anderer Probleme bestehen
Wenn Sie eine fachärztliche Abklärung durch einen auf Venenerkrankungen spezialisierten Arzt suchen, dient dieser Artikel zur Orientierung.
Ablauf der Verödung
Untersuchung und Behandlungsplan
Markierung der zu behandelnden Venen, bei Bedarf unter Ultraschall
Injektion des Verödungsmittels in die Vene
Direkt danach Kompression, je nach Befund mit Strumpf oder Verband
Unmittelbar nach der Behandlung wird Bewegung empfohlen, meist ein Spaziergang
Die Behandlung ist in der Regel ambulant. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Ein kurzes Brennen an der Einstichstelle ist möglich, starke Schmerzen sind untypisch und sollten ärztlich kontrolliert werden.
Wann ein spezialisiertes Venenzentrum sinnvoll ist
Ein spezialisiertes Zentrum ist sinnvoll, wenn:
Beschwerden wiederkehren
die Ursache unklar bleibt
Schwellungen oder Hautveränderungen auftreten
eine klare Einordnung per Ultraschall gewünscht ist
Was Sie nach der Verödung beachten sollten
Bewegung
Regelmäßiges Gehen unterstützt den venösen Rückfluss und senkt das Risiko für Blutgerinnsel.
Kompression
Kompressionsstrümpfe unterstützen den venösen Rückfluss, reduzieren Schwellungen und tragen zur Stabilisierung des Behandlungsergebnisses bei. In der Regel wird das Tragen für etwa zwei Wochen empfohlen. Die genaue Dauer kann je nach Befund und individuellem Heilungsverlauf ärztlich angepasst werden.
Wärme und UV vermeiden
In den ersten Wochen sollten Sauna, sehr heiße Bäder und intensive Sonne auf dem behandelten Areal vermieden werden. Das kann Pigmentveränderungen begünstigen.
Sport und Alltag
Leichte Aktivität ist meist sofort möglich. Intensiver Sport sollte je nach Umfang der Behandlung individuell abgestimmt werden.
Wenn neben Krampfadern auch Juckreiz, Ekzeme oder Hautveränderungen bestehen, finden Sie in diesem Artikel speziell zu diesem Thema eine vertiefende medizinische Einordnung.
Risiken und Nebenwirkungen der Verödung
Die meisten Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend. Dazu zählen
kleine Blutergüsse an Einstichstellen
lokale Rötung und Schwellung
Verhärtungen oder druckempfindliche Stränge entlang der behandelten Vene
bräunliche Verfärbungen der Haut, die sich häufig zurückbilden, aber länger sichtbar sein können
selten Entzündungen der Vene
Was kostet Krampfadern veröden
Die Kosten hängen stark davon ab, ob es sich um eine medizinisch notwendige Behandlung handelt oder um eine kosmetische Therapie, zum Beispiel bei Besenreisern. Auch die Anzahl der notwendigen Sitzungen spielt eine große Rolle. Die Kostenübernahme ist abhängig von Befund, Abrechnungssystem und Versicherung. Klären Sie das am besten vorab mit Ihrem Phlebologen.
Alternativen zur Verödung
Es gibt mehrere etablierte Verfahren. Welche Methode am besten passt, hängt vom Ultraschallbefund und Ihrem Beschwerdebild ab.
Endovenöse Verfahren
Hierzu zählen Lasertherapie und Radiofrequenz. Sie behandeln die erkrankte Vene von innen und sind häufig besonders geeignet bei relevanter Stammvarikose.
Wenn eine behandlungsbedürftige Stammvarikose vorliegt, finden Sie hier detaillierte Informationen zur endovenösen Lasertherapie
Operative Verfahren
In ausgewählten Fällen kann eine klassische Operation sinnvoll sein, zum Beispiel bei bestimmten anatomischen Konstellationen oder Rezidiven.
Wann Verödung sinnvoll ist und wann eher nicht
Verödung ist oft sehr sinnvoll, wenn
Besenreiser oder retikuläre Varizen im Vordergrund stehen
Seitenäste behandelt werden sollen
nach Behandlung einer Stammvene noch Restäste bestehen
eine schonende ambulante Option gesucht wird und der Befund dafür passt
Andere Verfahren werden häufig bevorzugt, wenn
eine ausgeprägte Stammvarikose mit relevantem Rückfluss vorliegt
Beschwerden wie Schwellung, Druck und Schmerz eindeutig aus der Stammvene getrieben sind
ein möglichst nachhaltiges Langzeitergebnis im Vordergrund steht
In diesen Situationen ist es häufig sinnvoll, zunächst die Ursache in der Stammvene zu behandeln und anschließend, falls erforderlich, verbliebene Seitenäste gezielt zu veröden. Dieses Vorgehen folgt den Prinzipien der venösen Hämodynamik und nicht einer Präferenz für ein bestimmtes Verfahren. Bleibt der krankhafte Rückfluss bestehen, treten Beschwerden und Varizen mit höherer Wahrscheinlichkeit erneut auf.
Regionale Versorgung in Kiel und Schleswig Holstein
Wenn Sie eine Abklärung oder Behandlung planen, ist eine abgestimmte medizinische Betreuung besonders wichtig, vor allem dann, wenn Beschwerden wie Schweregefühl, Schmerzen oder sichtbare Venen den Alltag einschränken. Im MVZ Chirurgie Kiel erfolgt die Diagnostik und Behandlung unter der fachärztlichen Leitung von Dr. med. Christian Hirschner, Facharzt für Gefäßchirurgie und Phlebologie. Mit über 625 venenchirurgischen und phlebologischen Behandlungen pro Jahr verfügt er über eine ausgeprägte praktische Erfahrung in der modernen Therapie von Venenerkrankungen, insbesondere im Bereich minimalinvasiver Verfahren.
Ein zentraler Bestandteil der Versorgung im MVZ Chirurgie Kiel ist die strukturierte Krampfaderdiagnostik und die darauf abgestimmte Therapieplanung. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, welche Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen und wie der Ablauf einer zeitgemäßen Krampfaderbehandlung gestaltet ist, wird hier umfassend und verständlich erläutert.
Ergänzend dazu finden Sie vertiefende Informationen zu fachlichen Strukturen, zur ärztlichen Expertise sowie zur Organisation der Behandlung über die folgenden Seiten.
Wenn bei Ihnen Beschwerden wie Schmerzen, Schweregefühl oder Spannungen in den Beinen im Vordergrund stehen, finden Sie hierzu weiterführende medizinische Einordnungen in den folgenden Artikeln:
Venenschmerzen in den Beinen: Ursachen, Abgrenzung und Behandlungsansätze
Krampfadern und Schmerzen: typische Beschwerden, Warnzeichen und Therapieoptionen
Einen Überblick über Diagnostik, Therapieoptionen und den Ablauf der Krampfaderbehandlung am MVZ Chirurgie Kiel finden Sie hier
Ein ausführliches Profil von Dr. med. Christian Hirschner mit Schwerpunkt Gefäßchirurgie und Phlebologie sowie langjähriger Erfahrung in der Behandlung venöser Erkrankungen finden Sie hier
Zur Planung einer persönlichen Beratung und Ultraschalluntersuchung steht Ihnen die Online Terminvereinbarung zur Verfügung
Für Patientinnen und Patienten mit besonderem Fokus auf venöse Erkrankungen stehen zusätzlich spezialisierte Informationen über das Venenzentrum Kiel zur Verfügung. Dort finden Sie weiterführende Inhalte zur Venentherapie sowie eine separate Möglichkeit zur Terminvereinbarung.
Auch für Patientinnen und Patienten aus dem Umland bietet das MVZ Chirurgie Kiel eine gut planbare Versorgung. Zur regionalen Orientierung können folgende Seiten hilfreich sein:
Informationen für anreisende Patientinnen und Patienten aus dem Raum Oldenburg
Einordnung der gefäßchirurgischen Versorgung für Patientinnen und Patienten aus dem Raum Flensburg
Weitere Informationen zur Einrichtung, zum Team und zum medizinischen Gesamtkonzept finden Sie auf der Über uns Seite des MVZ Chirurgie Kiel.
Zusammenfassung
Krampfadern veröden ist eine bewährte minimalinvasive Behandlung, besonders für Besenreiser, kleinere Varizen und viele Seitenastkrampfadern. Der Erfolg hängt stark von der richtigen Diagnostik ab, vor allem davon, ob ein relevanter Rückfluss in einer Stammvene besteht. Bewegung und Kompression nach der Behandlung sind wichtige Bausteine für ein gutes Ergebnis. Wenn eine behandlungsbedürftige Stammvarikose die Ursache der Beschwerden ist, sind endovenöse Verfahren wie die minimalinvasive Venentherapie in vielen Fällen die konsequentere Option, weil sie den Rückfluss an der Hauptquelle stoppt und damit häufig langfristig stabilere Ergebnisse ermöglicht.
Häufig gestellte Fragen zur Verödung von Krampfadern
Tut das Veröden von Krampfadern weh?
Die Verödung ist in der Regel gut verträglich. Viele Patientinnen und Patienten spüren lediglich ein kurzes Brennen an der Einstichstelle. Starke oder anhaltende Schmerzen sind untypisch. Treten nach der Behandlung deutliche Schmerzen, zunehmende Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen auf, sollte dies ärztlich kontrolliert werden.
Können nach einer Verödung Schmerzen oder Verhärtungen auftreten?
Leichte Verhärtungen oder ein ziehendes Druckgefühl entlang der behandelten Vene sind Teil des normalen Heilungsprozesses. Die verödete Vene entzündet sich kontrolliert und wird anschließend vom Körper abgebaut. Diese Veränderungen können mehrere Wochen bestehen und bilden sich in der Regel von selbst zurück. Zunehmende oder ungewöhnlich starke Beschwerden sollten abgeklärt werden.
Warum wirken verödete Venen zunächst dunkler oder tastbar?
Nach der Verödung kann die behandelte Vene zunächst dunkler erscheinen oder als fester Strang tastbar sein. Das ist eine normale Reaktion im Rahmen des Abbauprozesses. Dabei werden Blutbestandteile und Abbauprodukte der Vene langsam vom Körper resorbiert. Je nach Venengröße und Hauttyp kann dieser Prozess mehrere Monate dauern. Konsequente Kompression und Sonnenschutz unterstützen die Rückbildung.
Wie lange dauert es, bis das endgültige Ergebnis sichtbar ist?
Eine erste Veränderung ist häufig früh erkennbar. Die vollständige Rückbildung der verödeten Vene erfolgt schrittweise und kann mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Größere Venen benötigen in der Regel mehr Zeit als feine Besenreiser.
Besteht nach einer Verödung das Risiko für Thrombose oder Embolie?
Das Risiko für eine tiefe Venenthrombose oder Embolie ist insgesamt sehr gering. Wichtig sind eine korrekte Indikationsstellung, die richtige Technik sowie Bewegung und Kompression nach der Behandlung. Bei neu auftretender starker Schwellung, zunehmenden Schmerzen oder Atemnot sollte sofort ärztlich abgeklärt werden.
Darf man nach einer Verödung Sport treiben?
Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist ausdrücklich erwünscht und sinnvoll. Intensiver Sport sollte je nach Umfang der Behandlung individuell abgestimmt werden. In vielen Fällen sind Cardio-Training und moderates Krafttraining nach kurzer Zeit wieder möglich.
Ist eine Verödung problematisch, wenn ein Kinderwunsch besteht?
Eine Verödung steht einer späteren Schwangerschaft in der Regel nicht entgegen. Bestehende oder geplante Schwangerschaften sollten jedoch immer in der ärztlichen Beratung berücksichtigt werden, da hormonelle Veränderungen das Venensystem beeinflussen können.
Wie viele Sitzungen sind notwendig?
Die Anzahl der Sitzungen hängt von Art, Größe und Ausdehnung der Venen ab. Besenreiser und flächige Befunde benötigen je nach Menge häufig mehrere Sitzungen. Größere Seitenäste lassen sich oft in weniger Terminen behandeln.
Wann ist eine Lasertherapie sinnvoller als eine Verödung?
Liegt eine erkrankte Stammvene mit relevantem Rückfluss vor, ist es häufig sinnvoll, zuerst die Ursache endovenös zu behandeln. In diesen Fällen bietet die Lasertherapie oft stabilere Langzeitergebnisse. Die Verödung eignet sich dann gut als ergänzende Behandlung für verbleibende Seitenäste oder kleinere Varizen.
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